BreezaMax
57,00 €
Immer öfter meldet der Deutsche Wetterdienst mehrtägige Hitzewarnungen, und das Robert Koch-Institut zählt jedes Jahr Tausende hitzebedingte Todesfälle. Wir erklären, was im Körper bei extremer Hitze passiert, wer am stärksten gefährdet ist und welche Schutzmaßnahmen wirklich nachweislich helfen.
Eine Hitzewelle ist in Deutschland kein festes Datum auf dem Thermometer, sondern eine Kombination aus Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Dauer. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) arbeitet mit einem zweistufigen Hitzewarnsystem, das auf der gefühlten Temperatur basiert, berechnet mit dem sogenannten Klima-Michel-Modell, das die Wärmebilanz eines Modellmenschen simuliert.
Steigt die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag auf etwa 32 °C, gilt die Warnstufe 1 für starke Wärmebelastung. Ab rund 38 °C spricht der DWD von extremer Wärmebelastung, Warnstufe 2. Entscheidend ist dabei meist nicht ein einzelner heißer Tag, sondern dass die Belastung an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen anhält, der Körper also keine Nacht zur echten Erholung findet. Als zusätzliches Kriterium fließt sogar die Innenraumtemperatur in der Nacht ein: Bleiben Wohnräume zu warm, leidet die Schlafqualität, was die gesundheitliche Belastung weiter erhöht.
Aktuelle Warnungen für die eigene Region lassen sich jederzeit unter hitzewarnungen.de abrufen, dem offiziellen Portal des DWD. Ab 2027 plant der Dienst übrigens eine dritte Warnstufe für besonders lange und intensive Hitzeperioden, ein Zeichen dafür, wie ernst das Thema inzwischen genommen wird.
Der Körper hält seine Kerntemperatur normalerweise sehr konstant bei etwa 37 °C, hauptsächlich über Schwitzen: Verdunstet der Schweiß auf der Haut, entzieht er dem Körper Wärme. Bei hoher Luftfeuchtigkeit funktioniert dieser Mechanismus jedoch deutlich schlechter, der Schweiß verdunstet langsamer, und die überschüssige Wärme bleibt im Körper gefangen.
Gleichzeitig weiten sich die Blutgefäße in der Haut, damit mehr Blut zur Oberfläche gelangt und Wärme abgeben kann. Das senkt den Blutdruck im Körperkern und zwingt das Herz, schneller zu schlagen, um den Kreislauf trotzdem aufrechtzuerhalten. Wer viel schwitzt und die verlorene Flüssigkeit nicht ausreichend ersetzt, verliert zusätzlich Blutvolumen, was diesen Kreislauf noch weiter belastet. Genau an diesem Punkt beginnen die typischen Beschwerden einer Hitzewelle, von Hitzekrämpfen bis zum Kreislaufkollaps, die in den nächsten Abschnitten im Detail erklärt werden.
Passende Angebote
Diese beiden Begriffe werden im Alltag oft durcheinandergeworfen, medizinisch trennt sie aber eine klare Grenze. Bei einer Hitzeerschöpfung funktioniert die körpereigene Kühlung noch, allerdings am Limit: Die Haut fühlt sich kalt, feucht und blass an, oft begleitet von Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und starker Erschöpfung. Der Körper schwitzt in diesem Stadium meist noch reichlich.
Ein Hitzschlag ist dagegen ein akuter medizinischer Notfall: Die Temperaturregulation versagt vollständig, die Haut wird heiß, trocken und gerötet, weil das Schwitzen aufhört. Hinzu kommen Verwirrtheit, schnelle Atmung, Übelkeit und im weiteren Verlauf auch Bewusstlosigkeit oder Krampfanfälle. Unbehandelt kann ein Hitzschlag Organe schädigen und tödlich enden.
Bei Verdacht auf einen Hitzschlag zählt jede Minute: sofort den Notruf 112 wählen. Bis Hilfe eintrifft, sollte die betroffene Person an einen schattigen, kühlen Ort gebracht werden, enge Kleidung wird gelockert oder entfernt, und feuchte, kühle Tücher oder ein lauwarmes (nicht eiskaltes) Bad helfen, die Körpertemperatur zu senken. Ist die Person bei Bewusstsein, kann sie langsam kleine Schlucke Wasser trinken, niemals jedoch bei Bewusstlosigkeit oder starker Verwirrtheit.
Schon ein moderater Flüssigkeitsverlust macht sich bemerkbar: Kopfschmerzen, Müdigkeit, starkes Durstgefühl, ein trockener Mund, dunkler oder wenig Urin, Schwindel und eingefallene Augen sind typische Anzeichen einer Dehydrierung. Als grobe Orientierung gilt für Erwachsene an heißen Tagen eine Trinkmenge von rund zwei Litern, verteilt über Wasser, ungesüßten Tee und wasserreiche Lebensmittel wie Gurke, Tomate, Wassermelone oder Salat.
Hitzekrämpfe entstehen durch den kombinierten Verlust von Salz und Wasser über den Schweiß, meist in stark beanspruchten Muskeln wie Waden oder Oberschenkeln. Hilfreich ist dann, sich an einen kühlen, gut belüfteten Ort zu setzen und Wasser, eine isotonische Sportlergetränk-Alternative oder Kokoswasser zu trinken. Halten die Krämpfe länger als eine Stunde an oder bestehen bereits Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen, sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden.
Der erhöhte Flüssigkeitsverlust senkt die Menge an Wasser im Blut, das Herz muss also stärker pumpen, um den Blutdruck trotzdem stabil zu halten. Bei Menschen mit bereits vorbelastetem Herz-Kreislauf-System kann diese zusätzliche Anstrengung Herzrasen begünstigen oder im ungünstigsten Fall sogar einen Herzinfarkt auslösen.
Diese Belastung ist kein theoretisches Risiko: Eine Auswertung des Robert Koch-Instituts schätzt für die Sommer 2023 und 2024 jeweils eine hitzebedingte Übersterblichkeit von rund 3.000 Todesfällen in Deutschland, mit deutlich mehr betroffenen Frauen als Männern, was sich unter anderem durch den höheren Frauenanteil in den älteren Altersgruppen erklärt. Beide Sommer lagen mit 18,5 bis 18,6 °C im Schnitt über 2 °C wärmer als der internationale Referenzzeitraum 1961 bis 1990. Wer eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, Bluthochdruck oder Diabetes hat, sollte an Hitzetagen besonders auf ausreichend Flüssigkeit, Ruhephasen und die eigenen Warnsignale achten.
Wer Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen hat, profitiert an Hitzetagen besonders davon, Puls und Wohlbefinden bewusst im Blick zu behalten.
Nicht jeder Körper kommt mit einer Hitzewelle gleich gut zurecht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nennt in ihrem Hitzeschutzplan gezielt jene Gruppen, die besondere Aufmerksamkeit brauchen: ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, chronisch kranke und pflegebedürftige Personen, wohnungslose Menschen sowie Menschen, die sozial isoliert und allein leben.
Bei älteren Menschen lässt sowohl das Durstgefühl als auch die körpereigene Kühlung über Schwitzen spürbar nach, sie bemerken eine gefährliche Überhitzung oft erst spät. Säuglinge und Kleinkinder können ihre Körpertemperatur noch nicht so effizient regulieren wie Erwachsene. Bei chronisch Kranken verstärken bestimmte Medikamente (etwa entwässernde oder blutdrucksenkende Präparate) mitunter zusätzlich die Wirkung von Hitze auf den Kreislauf, weshalb im Zweifel Rücksprache mit der behandelnden Arztpraxis sinnvoll ist.
Eine der wirksamsten und gleichzeitig einfachsten Schutzmaßnahmen aus dem BZgA-Hitzeschutzplan: ältere, kranke oder allein lebende Menschen im Umfeld an heißen Tagen mindestens einmal täglich anrufen oder besuchen und gezielt nach dem Trinkverhalten und der Raumtemperatur zu Hause fragen. Wer selbst niemanden in der Nähe hat, sollte diese Aufgabe bewusst mit Nachbarn oder Familie absprechen, bevor die nächste Hitzewelle kommt.
Ein Detail wird regelmäßig unterschätzt: Wie schnell sich ein geparktes Auto aufheizt. ADAC-Tests zeigen, dass sich die Innenraumtemperatur bei einer Außentemperatur von 28 °C bereits nach zehn Minuten der 40-Grad-Marke nähert. Bei knapp 30 °C Außentemperatur wurden nach 30 Minuten rund 50 °C im Innenraum gemessen, nach anderthalb Stunden sogar knapp 60 °C.
Ein einen Spalt geöffnetes Seitenfenster verhindert diesen Hitzestau kaum, wie der ADAC betont. Kinder sind hier besonders gefährdet, weil sie ihre Körpertemperatur noch nicht ausreichend regulieren können und im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht weniger schwitzen als Erwachsene. Das Gleiche gilt für Hunde und andere Haustiere im Auto.
Die einzige wirklich sichere Regel: Kinder und Tiere niemals allein im Auto zurücklassen, auch nicht für eine vermeintlich kurze Besorgung. Wer ein Kind oder Tier in einem heißen, verschlossenen Fahrzeug entdeckt, sollte sofort den Notruf 112 wählen.
Die wirksamsten Schutzmaßnahmen gegen eine Hitzewelle sind meist unspektakulär, aber gut belegt:
In vielen Wohnungen reicht konsequentes Lüften und Verdunkeln allein bei einer länger anhaltenden Hitzewelle irgendwann nicht mehr aus, gerade in Dachgeschossen oder schlecht isolierten Räumen. Ventilatoren und mobile Klimageräte können dann zusätzlich helfen, die gefühlte Temperatur im Schlaf- oder Wohnbereich spürbar zu senken. Wer sich fragt, welche Kühlleistung für den eigenen Raum überhaupt sinnvoll ist, findet in unserem Heizlast-Rechner für Klimageräte eine erste Orientierung, bevor eine Anschaffung ansteht.
Tagsüber Rollläden geschlossen halten und nachts lüften gehört zu den wirksamsten Maßnahmen gegen Hitzestau in der Wohnung.
Bei folgenden Anzeichen sollte umgehend ärztliche Hilfe gerufen oder der Notruf 112 gewählt werden:
Bei Säuglingen, Kleinkindern und Jugendlichen gelten zusätzlich Reizbarkeit, Weinen ohne Tränen, Erbrechen oder Durchfall sowie starke Muskelschmerzen als Alarmzeichen, bei denen zeitnah eine Arztpraxis oder der Notruf kontaktiert werden sollte. Im Zweifel gilt während einer Hitzewelle immer: lieber einmal zu früh als zu spät ärztlichen Rat einholen.
Der DWD warnt ab einer gefühlten Temperatur von etwa 32 °C am frühen Nachmittag vor starker Wärmebelastung, ab rund 38 °C vor extremer Wärmebelastung, meist wenn das mindestens zwei Tage in Folge anhält.
Bei einer Hitzeerschöpfung funktioniert die Kühlung des Körpers noch, die Haut ist kalt und feucht. Bei einem Hitzschlag versagt die Temperaturregulation komplett, die Haut wird heiß und trocken, es kommt zu Verwirrtheit, das ist ein akuter Notfall.
Als grobe Orientierung für Erwachsene gelten rund zwei Liter Flüssigkeit täglich, verteilt auf Wasser, ungesüßte Tees und wasserreiche Lebensmittel, unabhängig vom eigenen Durstgefühl.
Sowohl das Durstgefühl als auch die körpereigene Kühlung über Schwitzen lassen im Alter nach, wodurch eine gefährliche Überhitzung oft erst spät bemerkt wird. Der BZgA-Hitzeschutzplan empfiehlt deshalb tägliche Kontrollanrufe bei älteren Angehörigen.
Laut ADAC-Tests steigt die Innenraumtemperatur bei knapp 30 °C Außentemperatur bereits innerhalb von 30 Minuten auf rund 50 °C, ein leicht geöffnetes Fenster verhindert das kaum. Kinder und Tiere sollten deshalb nie allein im Auto bleiben.
Ja. Das RKI schätzt für 2023 und 2024 jeweils rund 3.000 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland, vor allem bei älteren Menschen und Personen mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen.
Tagsüber Rollläden oder Vorhänge geschlossen halten, in den kühleren Morgen- und Nachtstunden lüften, feuchte Tücher aufhängen und einen Luftbefeuchter nutzen, senkt die gefühlte Temperatur in der Wohnung spürbar.
Empfehlungen der Redaktion
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. KaufKatalog24 ist ein unabhängiger Katalog für offizielle Kauflinks, kein Hersteller oder Verkäufer der genannten Produkte. Bei gesundheitlichen Fragen oder vor Beginn einer Behandlung wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt.