Enzym
Bromelain (aus Ananas)
Was ist Bromelain (aus Ananas)?
Bromelain ist ein Enzymgemisch aus dem Fruchtfleisch und vor allem dem Stängel der Ananas (Ananas comosus), das proteinspaltende (proteolytische) Eigenschaften besitzt. Die enzymatische Aktivität wird meist in GDU (Gelatine-Digestions-Einheiten) oder FIP-Einheiten angegeben; beide messen die Fähigkeit, Eiweiß standardisiert aufzuspalten, sind aber nicht direkt ineinander umrechenbar, weshalb Produkte unterschiedlicher Hersteller nicht ohne Weiteres allein über die reine Milligrammzahl auf der Verpackung vergleichbar sind.
Was die Forschung zeigt
Mehrere systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen, überwiegend im Kontext von Schwellungen nach zahnärztlichen Eingriffen (z. B. Weisheitszahn-Operationen), finden einen entzündungshemmenden Effekt mit einer moderaten Reduktion von Schwellung und Schmerz gegenüber Placebo, wie in einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse beschrieben. Im Labor reduziert das Enzymgemisch die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe wie IL-1β, IL-6 und TNF-α. Eine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Angabe für Bromelain als Nahrungsergänzungsmittel existiert bislang nicht.
Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.
Bromelain (aus Ananas): Dosierung und Einnahme
Übliche Tagesdosen liegen zwischen 200 und 5.000 GDU, für den gezielten Einsatz werden meist 500 bis 2.000 GDU empfohlen. In Studien und im Sportbereich wurden auch bis zu 3.000 FIP-Einheiten täglich ohne nennenswerte Nebenwirkungen eingesetzt. In Deutschland liegt die in der Praxis übliche Tagesmenge bei etwa 500 mg reinem Bromelain. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung, da die Wirkstärke je nach Aktivitätseinheit und Reinheitsgrad stark variieren kann. Bei magensaftresistenten Kapseln wird zudem teilweise eine bessere Aufnahme diskutiert, da das Enzym so den sauren Magensaft besser übersteht, bevor es im Darm freigesetzt wird.
Vorsicht und Wechselwirkungen
Bromelain kann die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten (Antikoagulanzien, Thrombozytenaggregationshemmern) verstärken und sollte bei deren Einnahme sowie vor geplanten Operationen nur nach ärztlicher Rücksprache verwendet werden. Bei höheren Dosen wurden gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Völlegefühl oder Blähungen berichtet, insgesamt gelten Nebenwirkungen bei oraler Einnahme aber als selten, vorübergehend und geringgradig. Bei bekannter Ananas- oder Latexallergie ist besondere Vorsicht geboten, da zwischen beiden Allergenen gelegentlich eine Kreuzreaktivität beobachtet werden kann.
Verwendet in diesen Produkten
Häufige Fragen zu Bromelain (aus Ananas)
Wie viel Bromelain sollte ich täglich einnehmen?
Übliche Tagesdosen liegen zwischen 200 und 5.000 GDU, für den gezielten Einsatz meist 500 bis 2.000 GDU. In Deutschland liegt die in der Praxis übliche Tagesmenge bei etwa 500 mg reinem Bromelain. Maßgeblich ist die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.
Was bedeuten GDU und FIP auf der Verpackung?
Beide sind Maßeinheiten für die enzymatische Aktivität. GDU (Gelatine-Digestions-Einheiten) wird häufiger auf Verbraucherprodukten angegeben, FIP eher in der Wissenschaft verwendet. Sie sind nicht direkt ineinander umrechenbar, weshalb Produkte verschiedener Hersteller nicht allein über die Milligrammzahl vergleichbar sind.
Gibt es Nebenwirkungen?
Bei höheren Dosen wurden gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Völlegefühl oder Blähungen berichtet. Insgesamt gelten Nebenwirkungen bei oraler Einnahme in üblichen Mengen als selten, vorübergehend und eher geringgradig ausgeprägt.
Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?
Bromelain kann die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten verstärken und sollte bei deren Einnahme sowie vor geplanten Operationen nur nach ärztlicher Rücksprache verwendet werden.
Quellen
- Is bromelain effective in controlling the inflammatory parameters of pain, edema, and trismus after lower third molar surgery? A systematic review and meta-analysis (International Journal of Oral and Maxillofacial Surgery / ResearchGate)
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