Pflanzenextrakt

Goji-Beeren-Extrakt

Goji-Beeren-Extrakt: Pflanze, Rohstoff und Extraktdarstellung im Inhaltsstoffe-Lexikon

Was ist Goji-Beeren-Extrakt?

Goji-Beeren (Lycium barbarum), auf Deutsch auch Gemeiner Bocksdorn genannt, sind die kleinen, orangerot leuchtenden Früchte eines in Asien beheimateten Nachtschattengewächses. In der traditionellen chinesischen Medizin gelten die getrockneten Beeren seit Jahrhunderten als geschätzte Zutat, die dort meist in Suppen, Tees oder als Snack verzehrt wird. Der Strauch wächst auch in wärmeren Regionen Europas und wird gelegentlich als Zierpflanze im eigenen Garten kultiviert. Extrakte konzentrieren dabei vor allem die namensgebenden Lycium-barbarum-Polysaccharide (LBP) sowie Carotinoide wie Zeaxanthin, denen die im Westen bekannten Eigenschaften zugeschrieben werden.

Was die Forschung zeigt

Ein Großteil der bisherigen Forschung zu Goji-Beeren stammt aus Zell- und Tierversuchen. Eine chinesische Untersuchung aus dem Jahr 2015 kam zu dem Ergebnis, dass die enthaltenen Mehrfachzucker als unterstützendes Mittel bei Typ-2-Diabetes von Interesse sein könnten, eine im Journal of Cosmetic Dermatology veröffentlichte Studie beobachtete zudem nach 30-tägiger äußerlicher Anwendung einer goji-haltigen Creme eine verbesserte Hautfeuchtigkeit und -elastizität.

Klinische Studien am Menschen zur oralen Einnahme, etwa in Kapsel- oder Extraktform, sind dagegen bislang selten und meist klein angelegt, sodass die Datenlage für den Menschen insgesamt als vorläufig gilt. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert in der EU nicht.

Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.

Goji-Beeren-Extrakt: Dosierung und Einnahme

Als Trockenfrucht werden häufig 15 bis 30 g pro Tag empfohlen, bei flüssigen Extrakten wird in der Literatur teils eine Einnahme von zweimal täglich rund 1,4 ml beschrieben. Bei Kapseln oder Pulverextrakten ist die enthaltene Menge an Trockenfrucht-Äquivalent von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, weshalb ein direkter Vergleich zwischen Produkten oft schwerfällt. Manche Anbieter kombinieren den Extrakt zusätzlich mit anderen Pflanzenstoffen wie Ingwer oder Garcinia Cambogia in einer gemeinsamen Formel. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.

Vorsicht und Wechselwirkungen

Goji-Beeren können mit blutverdünnenden Medikamenten wie Warfarin interagieren und deren Wirkung verstärken, weshalb Personen unter einer solchen Medikation vor der Einnahme Rücksprache mit einem Arzt halten sollten. Da die Frucht auch den Blutzuckerspiegel senken kann, ist bei Diabetes-Medikamenten ebenfalls Vorsicht geboten. Bei bekannter Allergie gegen Nachtschattengewächse, etwa gegen Tomaten oder Paprika, sollte auf die Einnahme verzichtet werden. Für Schwangere und Stillende liegen keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor, weshalb hier ebenfalls Zurückhaltung empfohlen wird.

Verwendet in diesen Produkten

Häufige Fragen zu Goji-Beeren-Extrakt

Wie viel Goji-Beeren-Extrakt ist üblich?

Als Trockenfrucht werden häufig 15 bis 30 g pro Tag empfohlen, bei flüssigen Extrakten teils zweimal täglich rund 1,4 ml. Maßgeblich ist die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.

Was steckt wissenschaftlich hinter der Wirkung?

Die meisten Untersuchungen stammen aus Zell- und Tierversuchen zu den enthaltenen Lycium-barbarum-Polysacchariden und Carotinoiden. Klinische Studien am Menschen sind bislang selten, eine von der EFSA zugelassene Angabe existiert nicht.

Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?

Goji-Beeren können blutverdünnende Medikamente wie Warfarin verstärken und den Blutzucker senken. Bei entsprechender Medikation sollte die Einnahme vorab ärztlich abgeklärt werden.

Wofür werden Goji-Beeren traditionell verwendet?

In der traditionellen chinesischen Medizin und Küche werden die getrockneten Beeren seit Jahrhunderten in Suppen, Tees oder als Snack verzehrt, lange bevor Extrakte in westlichen Nahrungsergänzungsmitteln bekannt wurden. Der Strauch lässt sich zudem in wärmeren Regionen Europas im eigenen Garten anbauen.

Quellen

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.