Gewürzextrakt

Kurkuma-Extrakt

Kurkuma-Extrakt: Pflanze, Rohstoff und Extraktdarstellung im Inhaltsstoffe-Lexikon

Was ist Kurkuma-Extrakt?

Kurkuma (Curcuma longa) ist ein aus Südasien stammendes Gewürz, dessen Wurzelstock die namensgebenden Curcuminoide liefert, allen voran Curcumin. In Nahrungsergänzungsmitteln wird meist ein auf den genauen Curcuminoidgehalt standardisierter Extrakt eingesetzt statt des einfach gemahlenen Gewürzes. Frischer Kurkuma-Wurzelstock ähnelt optisch Ingwer, färbt aber durch den hohen Curcumingehalt intensiv gelb-orange, weshalb das Gewürz seit Jahrhunderten auch als natürlicher Farbstoff in Lebensmitteln und Textilien verwendet wird.

Was die Forschung zeigt

Curcumin wird in einer Vielzahl von Studien vor allem im Zusammenhang mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften untersucht. Ein zentrales Problem der Forschung ist die geringe natürliche Bioverfügbarkeit des Stoffs: Er wird vom Körper nur schlecht aufgenommen und schnell wieder abgebaut, weshalb viele Präparate mit Piperin aus schwarzem Pfeffer oder speziellen, aufwendigeren Formulierungen (z. B. Phytosomen) kombiniert werden, um die tatsächliche Aufnahme im Körper spürbar zu verbessern. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert in der EU nicht.

Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.

Kurkuma-Extrakt: Dosierung und Einnahme

Übliche Dosierungen liegen bei 500 bis 1.500 mg eines auf 95 % Curcuminoide standardisierten Extrakts, häufig kombiniert mit Piperin oder einer besser bioverfügbaren Formulierung. Ohne einen solchen Bioverfügbarkeits-Verstärker ist die tatsächliche Aufnahme des Curcumins deutlich geringer. Das BfR orientiert sich an einer gesundheitlich akzeptablen täglichen Aufnahmemenge von rund 2 mg Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht; bei einer etwa 70 kg schweren Person entspricht das rund 140 mg reinem Curcumin. Diese Menge kann bei hochdosierten Präparaten mit Bioverfügbarkeits-Verstärkern durchaus erreicht oder überschritten werden. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.

Vorsicht und Wechselwirkungen

Bei Gallensteinen, einem Verschluss der Gallenwege oder anderen Gallenerkrankungen sollte Kurkuma-Extrakt nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden, da er die Gallenproduktion anregen kann. Bei entzündeter Magenschleimhaut, Magengeschwüren oder Gastritis wird ebenfalls zur Vorsicht geraten, da die anregende Wirkung auf die Verdauungssäfte bestehende Beschwerden in Einzelfällen verstärken kann. Enthält ein Präparat zusätzlich Piperin, kann dieses bestimmte Cytochrom-P450-Enzyme hemmen und den Blutspiegel gleichzeitig eingenommener Medikamente erhöhen; bei regelmäßiger Einnahme mehrerer verschiedener Medikamente sollte deshalb vorher unbedingt ärztlicher oder pharmazeutischer Rat eingeholt werden.

Häufige Fragen zu Kurkuma-Extrakt

Wie viel Kurkuma-Extrakt sollte ich einnehmen?

Übliche Dosierungen liegen bei 500 bis 1.500 mg eines auf 95 % Curcuminoide standardisierten Extrakts. Das BfR orientiert sich an einer akzeptablen täglichen Aufnahmemenge von rund 2 mg Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht. Maßgeblich ist die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.

Warum wird Kurkuma oft mit schwarzem Pfeffer kombiniert?

Curcumin wird vom Körper von Natur aus nur schlecht aufgenommen. Piperin aus schwarzem Pfeffer oder spezielle Formulierungen wie Phytosomen sollen die Aufnahme deutlich verbessern. Ohne einen solchen Zusatz ist die tatsächliche Bioverfügbarkeit geringer.

Wer sollte auf Kurkuma-Extrakt verzichten oder vorsichtig sein?

Bei Gallensteinen, Verschluss der Gallenwege oder anderen Gallenerkrankungen sollte die Einnahme vorab ärztlich abgeklärt werden, ebenso bei entzündeter Magenschleimhaut, Magengeschwüren oder Gastritis.

Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?

Enthält ein Präparat zusätzlich Piperin, kann dieses den Blutspiegel bestimmter gleichzeitig eingenommener Medikamente erhöhen, da es am Abbau über die Leber beteiligte Enzyme hemmt. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollte vorher ärztlicher Rat eingeholt werden.

Quellen

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.