Aminosäure-Derivat

L-Carnitin

L-Carnitin: typische Nahrungsquellen und redaktionelle Inhaltsstoffdarstellung

Was ist L-Carnitin?

L-Carnitin ist eine körpereigene Substanz, die eine zentrale Rolle beim Transport langkettiger Fettsäuren in die Mitochondrien spielt, wo sie zur Energiegewinnung (Beta-Oxidation) genutzt werden. Der Körper stellt es größtenteils selbst aus den Aminosäuren Lysin und Methionin her, vor allem in Leber und Nieren; zusätzlich wird es über tierische Lebensmittel wie rotes Fleisch und Milchprodukte aufgenommen. Vegetarisch oder vegan lebende Menschen haben dadurch in der Regel niedrigere Blutspiegel, ohne dass daraus automatisch ein Mangel entsteht.

Was die Forschung zeigt

Eine Metaanalyse von 37 randomisiert-kontrollierten Studien beschreibt eine signifikante, aber moderate Reduktion von Körpergewicht, BMI und Fettmasse unter Supplementierung, wobei die Effekte in methodisch hochwertigeren Studien schwächer ausfielen. Die eingesetzten Tagesdosen variierten zwischen den einzelnen Studien stark. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zu Gewicht oder Fettstoffwechsel existiert in der EU nicht.

Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.

L-Carnitin: Dosierung und Einnahme

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 250 mg pro Tag, während die EFSA eine Zufuhr von bis zu 2 Gramm täglich als gesundheitlich unbedenklich einstuft. In den zur Gewichtsreduktion untersuchten Studien wurden teils deutlich höhere Mengen eingesetzt, mit entsprechend uneinheitlichen Ergebnissen. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Produktverpackung.

Vorsicht und Wechselwirkungen

In den üblichen Nahrungsergänzungsmittel-Mengen gilt es als gut verträglich. Bei höheren Dosen wurden gelegentlich Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall berichtet, und oberhalb von etwa 3 Gramm pro Tag kann ein fischartiger Körpergeruch auftreten. Tagesdosen im Bereich von 250 bis 1.500 mg erhöhen zudem nachweislich den TMAO-Spiegel im Blut, einen Stoffwechselstoff, der mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko in Verbindung gebracht wird, was besonders bei bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen ärztlich abgeklärt werden sollte. Präparate mit der D,L-Mischform (statt reinem L-Carnitin) wurden in Zusammenhang mit Muskelschwäche bei Nierenerkrankungen gebracht; bei Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen vorher ärztlichen Rat einholen.

Häufige Fragen zu L-Carnitin

Wie viel L-Carnitin sollte ich täglich einnehmen?

Das deutsche BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 250 mg pro Tag, während die EFSA eine Zufuhr von bis zu 2 Gramm täglich als unbedenklich einstuft. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Produktverpackung.

Hilft es wirklich beim Abnehmen?

Eine Metaanalyse von 37 randomisiert-kontrollierten Studien fand eine signifikante, aber moderate Reduktion von Gewicht und Fettmasse, wobei methodisch hochwertigere Studien schwächere Effekte zeigten. Eine von der EFSA zugelassene Angabe zu Gewicht oder Fettstoffwechsel existiert dafür nicht.

Gibt es Nebenwirkungen bei hoher Dosierung?

Bei höheren Mengen wurden gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden berichtet, und oberhalb von etwa 3 Gramm täglich kann ein fischartiger Körpergeruch auftreten. Zudem erhöhen bereits 250 bis 1.500 mg pro Tag den TMAO-Spiegel im Blut, was bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen ärztlich abgeklärt werden sollte.

Ist die Einnahme bei Nierenerkrankungen unbedenklich?

Muskelschwäche wurde in Studien mit der D,L-Mischform beobachtet, nicht mit reinem L-Carnitin. Bei bestehenden Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen sollte die Einnahme trotzdem vorab ärztlich abgeklärt werden.

Quellen

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.