Aminosäure

L-Tryptophan

L-Tryptophan: typische Nahrungsquellen und redaktionelle Inhaltsstoffdarstellung

Was ist L-Tryptophan?

L-Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure, die der Körper laut VitaminExpress nicht selbst herstellen kann und über die Nahrung aufnehmen muss. Sie ist die Vorstufe der Botenstoffe Serotonin und Melatonin, die Stimmung, Entspannung und den Schlaf-Wach-Rhythmus mitregulieren. Deshalb wird L-Tryptophan häufig in Präparaten eingesetzt, die auf Schlaf, Stimmung oder Stressbewältigung abzielen.

In natürlichen Lebensmitteln findet sich Tryptophan unter anderem in Pute, Käse, Nüssen, Haferflocken und Bananen, allerdings in Mengen, die deutlich geringer sind als in konzentrierten Nahrungsergänzungsmitteln. Der sogenannte Trans­port über die Blut-Hirn-Schranke steht zusätzlich in Konkurrenz mit anderen Aminosäuren aus der Nahrung, weshalb die tatsächlich im Gehirn ankommende Menge nicht eins zu eins der aufgenommenen Dosis entspricht.

Was die Forschung zeigt

Als Vorstufe von Serotonin und Melatonin ist der biochemische Wirkmechanismus von L-Tryptophan gut erforscht. Studien deuten darauf hin, dass eine Supplementierung die Einschlafzeit verkürzen und die Stimmung bei leichten Verstimmungen unterstützen kann. Eine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert für die Aminosäure derzeit nicht.

Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.

L-Tryptophan: Dosierung und Einnahme

Übliche Dosierungen in Nahrungsergänzungsmitteln liegen bei etwa 300 bis 400 mg täglich, in einzelnen Anwendungen bis zu 600 mg. Höhere Dosierungen sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.

Manche Präparate kombinieren sie mit Vitamin B6, das an der Umwandlung zu Serotonin beteiligt ist, in der Annahme, die Wirkung dadurch zu unterstützen. Wer Tryptophan gezielt zur Schlafunterstützung einnehmen möchte, sollte die Einnahme laut gängiger Empfehlungen zeitlich näher an das Schlafengehen legen als an den Tagesbeginn.

Eine kohlenhydrathaltige, aber eiweißarme Mahlzeit oder ein kleiner Snack kurz vor der Einnahme kann laut gängiger Empfehlungen die Aufnahme ins Gehirn begünstigen, weil dadurch die Konkurrenz anderer Aminosäuren um denselben Transportweg über die Blut-Hirn-Schranke sinkt.

Vorsicht und Wechselwirkungen

In moderaten Dosierungen gilt der Stoff für die meisten Erwachsenen als unbedenklich, mögliche milde Nebenwirkungen sind Übelkeit, Schwindel oder Durchfall. Wichtig: Bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva wie SSRI, SNRI oder MAO-Hemmern sollte der Stoff nicht ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden, da die Kombination das Risiko eines Serotonin-Syndroms erhöhen kann, einer potenziell ernsten Überaktivierung des serotonergen Systems mit Symptomen wie Unruhe, Herzrasen und erhöhter Körpertemperatur.

Personen, die zusätzlich melatoninhaltige Präparate einnehmen, sollten die Gesamtwirkung auf den Schlaf-Wach-Rhythmus im Blick behalten, da sich beide Wirkstoffe in ihrer Wirkung überschneiden können. Bei anhaltenden Schlafproblemen ist eine ärztliche Abklärung der zugrunde liegenden Ursache sinnvoller als eine dauerhafte Selbstmedikation.

Auch pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel mit stimmungsaufhellenden Eigenschaften wie Johanniskraut sollten nicht unbedacht mit L-Tryptophan kombiniert werden, ohne das vorher ärztlich abzuklären.

Verwendet in diesen Produkten

Häufige Fragen zu L-Tryptophan

Wofür wird L-Tryptophan eingesetzt?

Als Vorstufe von Serotonin und Melatonin wird L-Tryptophan häufig zur Unterstützung von Schlaf, Stimmung und Stressbewältigung eingesetzt.

Ist L-Tryptophan sicher?

In moderaten Dosierungen gilt es für die meisten Erwachsenen als unbedenklich. Mögliche milde Nebenwirkungen sind Übelkeit, Schwindel oder Durchfall.

Kann ich L-Tryptophan mit Antidepressiva kombinieren?

Nicht ohne ärztliche Rücksprache. Die Kombination mit SSRI, SNRI oder MAO-Hemmern kann das Risiko eines Serotonin-Syndroms erhöhen.

Wie viel L-Tryptophan wird üblicherweise eingenommen?

Übliche Dosierungen liegen bei etwa 300 bis 400 mg täglich. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.

Quellen

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.