Pflanzenextrakt

Löwenzahn-Extrakt (Taraxacum officinale)

Löwenzahn-Extrakt (Taraxacum officinale): Pflanze, Rohstoff und Extraktdarstellung im Inhaltsstoffe-Lexikon

Was ist Löwenzahn-Extrakt (Taraxacum officinale)?

Löwenzahn (Taraxacum officinale) wird in der traditionellen Phytotherapie sowohl als Wurzel- als auch als Blattextrakt eingesetzt und ist vor allem für seine harntreibende (diuretische) und leberunterstützende Verwendung bekannt. Der volkstümliche französische Name "pissenlit" (wörtlich "pinkel ins Bett") nimmt direkt Bezug auf diese harntreibende Eigenschaft. Botanisch enthält die ganze Pflanze einen bitteren Milchsaft mit Bitterstoffen, die traditionell auch mit einer anregenden Wirkung auf die Verdauung und den Gallefluss in Verbindung gebracht werden.

Was die Forschung zeigt

Eine kontrollierte Pilotstudie an Menschen (n=17) fand nach Einnahme eines frischen Blattextrakts eine signifikante Zunahme der Urinierhäufigkeit über 5 Stunden gegenüber dem Ausgangswert, was die traditionelle Verwendung als natürliches Diuretikum stützt. Die Studie selbst beschreibt das Ergebnis als vorläufig und fordert größere kontrollierte Folgestudien. Größere klinische Studien am Menschen gibt es bislang nicht; Tierstudien untersuchten zusätzlich mögliche Effekte auf Leber und Krebszellen. Eine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert nicht.

Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.

Löwenzahn-Extrakt (Taraxacum officinale): Dosierung und Einnahme

Traditionell werden 3 bis 4 Gramm getrockneter Wurzel täglich empfohlen. Standardisierte Kapseln enthalten meist 500 mg Extrakt pro Kapsel, flüssige Extrakte werden üblicherweise tropfenweise, zwei- bis dreimal täglich in Wasser oder Tee eingerührt. Manche Präparate kombinieren Wurzel- und Blattanteile in einem Extrakt, während andere sich gezielt auf einen der beiden Pflanzenteile konzentrieren; welcher Teil enthalten ist, steht auf dem jeweiligen Etikett. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.

Vorsicht und Wechselwirkungen

Bei Gallenwegsverschluss, Gallenblasenentzündung oder bekannter Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae) sollte die Pflanze nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Der milchige Saft der frischen Pflanze kann bei Hautkontakt allergische Reaktionen wie Hautausschlag oder Nesselsucht auslösen. Wegen der harntreibenden Wirkung ist bei gleichzeitiger Einnahme von Diuretika, Lithium oder Blutverdünnern Vorsicht geboten; im Tierversuch senkte ein wässriger Extrakt zudem den Blutspiegel des Antibiotikums Ciprofloxacin, weshalb bei gleichzeitiger Einnahme von Antibiotika ebenfalls ärztlicher Rat eingeholt werden sollte. Da größere klinische Studien am Menschen insgesamt noch begrenzt vorliegen, sollte bei bestehenden Vorerkrankungen generell vorab ärztlicher Rat eingeholt werden.

Häufige Fragen zu Löwenzahn-Extrakt (Taraxacum officinale)

Wie viel Löwenzahnwurzel-Extrakt sollte ich einnehmen?

Traditionell werden 3 bis 4 Gramm getrockneter Wurzel täglich empfohlen. Standardisierte Kapseln enthalten meist 500 mg Extrakt pro Kapsel. Maßgeblich ist die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.

Wirkt Löwenzahn wirklich entwässernd?

Eine kontrollierte Pilotstudie mit 17 Teilnehmenden fand nach Einnahme eines frischen Blattextrakts eine signifikante Zunahme der Urinierhäufigkeit über 5 Stunden. Die Studienautorinnen selbst bezeichnen das Ergebnis als vorläufig und fordern größere kontrollierte Folgestudien; eine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert dafür bislang nicht.

Gibt es Nebenwirkungen?

Die Pflanze gilt allgemein als gut verträglich. Der milchige Saft der frischen Pflanze kann bei direktem Hautkontakt allergische Reaktionen wie Hautausschlag oder Nesselsucht auslösen, und bei bekannter Allergie gegen Korbblütler ist besondere Vorsicht geboten.

Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?

Wegen der harntreibenden Wirkung ist bei Diuretika, Lithium oder Blutverdünnern Vorsicht geboten. Im Tierversuch senkte ein wässriger Extrakt zudem den Blutspiegel des Antibiotikums Ciprofloxacin, weshalb auch bei Antibiotikaeinnahme vorher ärztlicher Rat eingeholt werden sollte.

Quellen

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.