Mineralstoff · zugelassene EU-Angabe

Mangan

Was ist Mangan?

Das Spurenelement wird vom Körper nur in sehr geringen Mengen benötigt, ist aber für zahlreiche enzymatische Prozesse unverzichtbar, unter anderem für den Aufbau von Knochen und Bindegewebe sowie als Bestandteil des körpereigenen antioxidativen Enzyms Mangan-Superoxid-Dismutase. Natürliche Quellen sind unter anderem Vollkorngetreide, Nüsse, Hülsenfrüchte und Tee, wobei schwarzer und grüner Tee als vergleichsweise ergiebig gelten: mehrere Tassen täglich können spürbar zur Gesamtzufuhr beitragen.

Der menschliche Körper enthält davon insgesamt nur etwa 10 bis 20 Milligramm, hauptsächlich gespeichert in Knochen, Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse. Trotz der geringen Gesamtmenge ist das Spurenelement für die Funktion mehrerer wichtiger Enzyme unverzichtbar, weshalb selbst kleine Schwankungen der Versorgung Auswirkungen auf verschiedene Stoffwechselprozesse haben können.

Zugelassene EU-Angabe

Für Mangan sind mehrere gesundheitsbezogene Angaben nach der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zugelassen: Mangan trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei, trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei, trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei und trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Was die Forschung zeigt

Da das Spurenelement in vielen pflanzlichen Grundnahrungsmitteln vorkommt, ist ein ernährungsbedingter Mangel bei ausgewogener Kost in Deutschland selten. In Kombinationspräparaten für den Stoffwechsel wird es häufig wegen seiner Rolle im Energiestoffwechsel und als Cofaktor für Insulin-produzierende Enzyme in der Bauchspeicheldrüse eingesetzt, ein direkter, eigenständiger Effekt auf den Blutzuckerspiegel selbst ist davon zu unterscheiden und nicht Teil der zugelassenen EFSA-Angaben zu diesem Spurenelement.

Interessant ist die Wechselwirkung mit Eisen: Beide Spurenelemente konkurrieren im Darm um dieselben Transportwege, weshalb eine sehr eisenreiche Ernährung oder hochdosierte Eisenpräparate die Aufnahme theoretisch verringern können. In der Praxis ist dieser Effekt bei einer normalen, ausgewogenen Ernährung meist gering.

Interessant ist ein älterer, aber oft zitierter placebokontrollierter Versuch aus den USA, in dem postmenopausalen Frauen über zwei Jahre ein Kombinationspräparat aus Kalzium, Zink, Kupfer und dem Spurenelement verabreicht wurde. In der Gruppe mit allen vier Nährstoffen fiel der Rückgang der Knochendichte an der Wirbelsäule geringer aus als in der reinen Kalzium-Vergleichsgruppe. Da die Studie mehrere Spurenelemente gemeinsam untersuchte, lässt sich der Beitrag des einzelnen Bestandteils daraus nicht isoliert ableiten.

Mangan: Dosierung und Einnahme

Der NRV (Nährstoffreferenzwert) der EU dafür liegt bei 2 mg täglich für Erwachsene. Nahrungsergänzungsmittel enthalten häufig 2 bis 5 mg pro Kapsel, entsprechend 100 bis 250 % des NRV. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.

In Kombinationspräparaten für Gelenke, Knochen oder den Stoffwechsel wird es häufig zusammen mit Zink, Kupfer oder Chrom kombiniert, da diese Spurenelemente in unterschiedlichen, sich ergänzenden Stoffwechselwegen eine Rolle spielen.

Vegetarische und vegane Ernährungsformen enthalten aufgrund des hohen Anteils an Vollkorngetreide, Nüssen und Hülsenfrüchten oft von Natur aus mehr davon als eine fleischbetonte Ernährung, weshalb ein zusätzlicher Bedarf über Nahrungsergänzungsmittel bei dieser Ernährungsweise seltener besteht.

Vorsicht und Wechselwirkungen

Über die normale Ernährung und übliche Nahrungsergänzungsmittel-Dosierungen ist eine Vergiftung praktisch ausgeschlossen. Bei stark erhöhter Zufuhr über sehr lange Zeiträume, etwa durch berufliche Exposition, kann es jedoch das Nervensystem beeinträchtigen. Personen mit Lebererkrankungen, bei denen die Ausscheidung über die Galle eingeschränkt sein kann, sollten eine Supplementierung vorab ärztlich abklären.

Trinkwasser aus bestimmten privaten Brunnen kann in seltenen Fällen ungewöhnlich hohe natürliche Mangankonzentrationen aufweisen. Wer sein Trinkwasser aus einem eigenen Brunnen bezieht, kann die Wasserqualität bei der zuständigen Behörde oder einem spezialisierten Labor prüfen lassen.

Häufige Fragen zu Mangan

Wofür wird Mangan im Körper gebraucht?

Mangan trägt laut zugelassener EU-Angabe zu einem normalen Energiestoffwechsel, zur Erhaltung normaler Knochen, zur Bindegewebsbildung und zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.

Wie hoch ist der Tagesbedarf an Mangan?

Der EU-Referenzwert (NRV) liegt bei 2 mg täglich für Erwachsene. Nahrungsergänzungsmittel enthalten oft 100 bis 250 % dieser Menge pro Kapsel.

Kann man zu viel Mangan bekommen?

Über normale Ernährung und übliche Nahrungsergänzungsmittel-Dosierungen ist eine Überdosierung praktisch ausgeschlossen. Bei stark erhöhter Langzeitzufuhr, etwa beruflich bedingt, kann Mangan das Nervensystem beeinträchtigen.

Wer sollte bei Mangan-Präparaten vorsichtig sein?

Personen mit Lebererkrankungen, bei denen die Manganausscheidung eingeschränkt sein kann, sollten eine Supplementierung vorab ärztlich abklären.

Quellen

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.