Pflanzenextrakt
Mariendistel-Extrakt (Silybum marianum)
Was ist Mariendistel-Extrakt (Silybum marianum)?
Die Pflanze (botanisch Silybum marianum) ist distelartig, deren Früchte den Wirkstoffkomplex Silymarin enthalten, eine Mischung aus mehreren Flavonolignanen, darunter vor allem Silybin. In der traditionellen Phytotherapie wird Mariendistelextrakt seit Langem zur Unterstützung der Leber eingesetzt und gilt als eine der am besten erforschten Heilpflanzen für diesen Bereich. In Kapselform ist Mariendistelextrakt meist auf einen bestimmten Silymarin-Gehalt standardisiert, was die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Präparaten erleichtert.
Die Pflanze ist an ihren auffälligen weiß geäderten Blättern erkennbar, ein Merkmal, dem sie in der Volksmedizin ihren Namen verdankt: Der Legende nach soll die weiße Musterung von Milchtropfen der Jungfrau Maria stammen. Verwendet wird botanisch vor allem die Frucht (umgangssprachlich oft als "Samen" bezeichnet), aus der der Wirkstoffkomplex Silymarin gewonnen wird. Schon in der Antike wurde die Pflanze zur Unterstützung der Verdauung eingesetzt, bevor sie im 20. Jahrhundert gezielt auf ihre leberbezogenen Eigenschaften hin erforscht wurde.
Was die Forschung zeigt
Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien aus dem Jahr 2024 zu Silymarin bei nichtalkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) fand über mehrere Studien mit Dosierungen von 140 bis 700 mg täglich über 12 bis 24 Wochen eine statistisch signifikante Verbesserung der Leberenzymwerte (ALT/AST) gegenüber Placebo. Eine separate, größere randomisierte, placebokontrollierte Studie an Personen mit biopsiegesicherter NASH (nichtalkoholischer Steatohepatitis) prüfte eine höhere Dosierung von 700 mg dreimal täglich über 48 Wochen. Eine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Angabe für Silymarin existiert derzeit nicht, obwohl die Substanz auf Basis traditioneller Verwendung von der EMA/HMPC anerkannt ist.
Als möglicher Wirkmechanismus wird diskutiert, dass Silymarin antioxidativ wirkt und dadurch oxidativen Stress in Leberzellen abmildern kann, ein vermuteter Faktor bei verschiedenen Leberbelastungen. Neben Studien zu Fettlebererkrankung wurde Silymarin auch bei durch Medikamente ausgelösten Leberschäden sowie bei chronischer Hepatitis C untersucht, mit gemischten, teils positiven Ergebnissen in Metaanalysen. Insgesamt gilt die Datenlage als vielversprechend, aber noch nicht ausreichend für eine EFSA-Zulassung als gesundheitsbezogene Angabe.
Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.
Mariendistel-Extrakt (Silybum marianum): Dosierung und Einnahme
In den zitierten Studien zu Fettlebererkrankungen wurden Dosierungen zwischen 140 und 700 mg Silymarin täglich verwendet, in einer Studie sogar 700 mg dreimal täglich (2.100 mg/Tag). Handelsübliche Nahrungsergänzungsmittel enthalten meist deutlich geringere Mengen an Mariendistelextrakt pro Kapsel. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung, nicht die in klinischen Studien verwendete Menge.
Vorsicht und Wechselwirkungen
Die Pflanze gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae); bei bekannter Allergie gegen diese Pflanzenfamilie (z. B. Ambrosia, Chrysantheme, Ringelblume) ist Vorsicht geboten. Silymarin kann die Aktivität bestimmter leberabbauender Enzyme (CYP450) beeinflussen und dadurch theoretisch mit Medikamenten wechselwirken, die über denselben Stoffwechselweg abgebaut werden. Bei Einnahme von Medikamenten, bestehenden Lebererkrankungen, Schwangerschaft oder Stillzeit sollte vor der Einnahme ärztlicher Rat eingeholt werden.
Verwendet in diesen Produkten
Häufige Fragen zu Mariendistel-Extrakt (Silybum marianum)
Wofür wird Mariendistel-Extrakt traditionell verwendet?
Mariendistelextrakt mit dem Wirkstoffkomplex Silymarin wird traditionell zur Unterstützung der Leber eingesetzt und gehört zu den am besten erforschten Heilpflanzen in diesem Bereich.
Gibt es wissenschaftliche Studien zu Mariendistel?
Eine Metaanalyse randomisierter Studien aus 2024 fand bei Menschen mit Fettlebererkrankung eine signifikante Verbesserung der Leberenzymwerte unter Silymarin gegenüber Placebo. Eine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert dafür trotzdem nicht.
Gibt es Nebenwirkungen bei Mariendistel?
Mariendistel gilt allgemein als gut verträglich. Bei bekannter Allergie gegen Korbblütler (z. B. Ambrosia, Chrysantheme) ist Vorsicht geboten, ebenso können vereinzelt milde Verdauungsbeschwerden auftreten.
Kann Mariendistel mit Medikamenten wechselwirken?
Silymarin kann die Aktivität bestimmter leberabbauender Enzyme (CYP450) beeinflussen. Bei Einnahme von Medikamenten sollte deshalb vorab ärztlicher Rat eingeholt werden.
Quellen
- Administration of silymarin in NAFLD/NASH: A systematic review and meta-analysis (PubMed (PMID 38579127))
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.
