Ätherisches Öl / Terpen
Menthol
Was ist Menthol?
Der Wirkstoff ist der namensgebende Hauptbestandteil des ätherischen Öls der Pfefferminze (Mentha x piperita) und einer der am besten erforschten Kühl-Wirkstoffe überhaupt. Es wird sowohl aus der Pflanze gewonnen als auch synthetisch hergestellt und ist Bestandteil zahlreicher Erkältungsbalsame, Muskel-/Gelenkgele und Wärme- beziehungsweise Kühlpflaster.
Auf der Haut löst der Wirkstoff das charakteristische kühlende Gefühl aus, das viele Menschen von Pfefferminzprodukten kennen, ein Sinneseindruck, der in Kombinationsprodukten häufig mit wärmenden Stoffen wie Kampfer oder Capsaicin kombiniert wird.
Neben der Gewinnung aus Pfefferminzöl wird der weit überwiegende Teil des heute verwendeten Materials synthetisch hergestellt, chemisch identisch mit der pflanzlichen Variante. Die reine, linksdrehende Form L-Menthol gilt als die Form mit der stärksten kühlenden Wirkung, weshalb sie in topischen Produkten bevorzugt eingesetzt wird, während technische Mischungen mehrerer Formen vor allem in Aromen und Duftstoffen vorkommen.
Was die Forschung zeigt
Menthol aktiviert selektiv den Kälterezeptor TRPM8 in den Nervenendigungen der Haut, wodurch das kühlende Gefühl entsteht. Laut einem Übersichtsartikel im Journal of Clinical Pharmacy and Therapeutics wirkt es dabei als sogenannter Counterirritant: Es reizt zunächst die Kälterezeptoren und wird anschließend als schmerzlindernd empfunden, unter anderem weil es auch spannungsabhängige Natriumkanäle beeinflusst, die an der Schmerzweiterleitung beteiligt sind.
Die Übersichtsarbeit beschreibt den Wirkstoff als gut verträglich mit geringem Interaktionspotenzial bei topischer Anwendung. Eine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert dafür nicht, da es kein Nahrungsergänzungsmittel-, sondern ein kosmetischer beziehungsweise arzneilicher Wirkstoff ist.
Über die Schmerzlinderung hinaus wird der kühlende Effekt auch in Mund- und Rachenprodukten sowie in Erkältungsbalsamen genutzt, dort löst er ein subjektives Gefühl leichteren Atmens aus, ohne die tatsächliche Atemwegsfunktion messbar zu verändern, ein Unterschied, der in mehreren klinischen Übersichtsarbeiten ausdrücklich hervorgehoben wird.
Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.
Menthol: Dosierung und Einnahme
In topischen Pflastern und Gelen ist er Teil einer Gesamtrezeptur zusammen mit weiteren ätherischen Ölen, eine separat ausgewiesene Einzelmenge legt der jeweilige Hersteller in der Regel nicht offen. Handelsübliche Menthol-Konzentrationen in topischen Schmerzprodukten liegen meist zwischen 1 und 16 Prozent, je nach Produktkategorie.
Maßgeblich für Anwendungsdauer und Häufigkeit ist immer die Angabe auf der jeweiligen Produktverpackung.
Vorsicht und Wechselwirkungen
Der Wirkstoff gilt bei äußerlicher Anwendung in den üblichen Konzentrationen als gut verträglich, kann bei sehr empfindlicher Haut aber Rötungen oder ein brennendes Gefühl auslösen. Für Produkte, die auf Kindern unter 2 Jahren angewendet werden, gilt zusammen mit Kampfer und Eukalyptusöl eine Einschränkung, solche Produkte sollten laut gängiger Praxis frei von diesen drei Stoffen sein.
Nicht auf verletzter oder entzündeter Haut, in der Nähe der Augen oder Schleimhäute anwenden. Bei Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen kann der intensive Geruch bei manchen Personen unangenehm auffallen.
Verwendet in diesen Produkten
Häufige Fragen zu Menthol
Wie wirkt Menthol auf der Haut?
Der Wirkstoff aktiviert selektiv den Kälterezeptor TRPM8 in den Hautnerven, wodurch das charakteristische kühlende Gefühl entsteht. Als Counterirritant kann es dabei auch die Schmerzwahrnehmung überlagern.
Ist Menthol wissenschaftlich als schmerzlindernd belegt?
Ein Übersichtsartikel im Journal of Clinical Pharmacy and Therapeutics beschreibt den Wirkstoff als gut verträglichen topischen Wirkstoff mit schmerzlinderndem Counterirritant-Effekt. Eine von der EFSA zugelassene Angabe existiert dafür nicht.
Ist Menthol für Kinder sicher?
Für Produkte, die auf Kindern unter 2 Jahren angewendet werden, gilt zusammen mit Kampfer und Eukalyptusöl eine Einschränkung. Bei älteren Kindern und Erwachsenen gilt der Wirkstoff in üblichen Konzentrationen als gut verträglich.
Kann Menthol die Haut reizen?
Bei sehr empfindlicher Haut kann es Rötungen oder ein brennendes Gefühl auslösen. Nicht auf verletzter oder entzündeter Haut, in der Nähe der Augen oder Schleimhäute anwenden.
Quellen
- The role and mechanism of action of menthol in topical analgesic products (Journal of Clinical Pharmacy and Therapeutics (Wiley))
- The distinctive role of menthol in pain and analgesia: Mechanisms, practices, and advances (PMC (PMC9580369))
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.
