Pflanzenextrakt

Purpursonnenhut-Extrakt (Echinacea purpurea)

Purpursonnenhut-Extrakt (Echinacea purpurea): Pflanze, Rohstoff und Extraktdarstellung im Inhaltsstoffe-Lexikon

Was ist Purpursonnenhut-Extrakt (Echinacea purpurea)?

Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) ist eine in der Phytotherapie traditionell für das Immunsystem eingesetzte Pflanze. Verwendet werden vor allem Presssäfte und Extrakte aus dem oberirdischen, blühenden Kraut. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika, wo sie von indigenen Völkern der Prärie seit Langem traditionell genutzt wurde. Neben Echinacea purpurea werden auch die verwandten Arten Echinacea pallida (Blasser Sonnenhut) und Echinacea angustifolia (Schmalblättriger Sonnenhut) in Präparaten verwendet, wobei sich die Zulassungslage und die untersuchten Zubereitungen je nach Art unterscheiden.

Was die Forschung zeigt

Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur erkennt Presssaft aus frischem Echinacea-purpurea-Kraut als traditionell etabliert zur kurzzeitigen Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen an. In zwei älteren Studien mit insgesamt rund 200 Erwachsenen mit beginnenden Erkältungssymptomen verkürzte die Einnahme des frischen Presssafts über zehn Tage die Krankheitsdauer gegenüber Placebo signifikant um drei bis vier Tage. E.-purpurea-Extrakte zeigen im Labor außerdem immunmodulierende Aktivität, unter anderem eine Aktivierung von Makrophagen. Für den EU-Lebensmittelmarkt liegt jedoch keine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zu Echinacea vor; die Bewertung als Immunsystem-Ergänzung bezieht sich auf den Kontext als traditionelles pflanzliches Arzneimittel, nicht auf eine Nahrungsergänzungsmittel-Angabe.

Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.

Purpursonnenhut-Extrakt (Echinacea purpurea): Dosierung und Einnahme

Eine typische Einzeldosis entspricht laut HMPC-Monographie etwa 2,4 ml frischem Presssaft aus dem blühenden Kraut. Die kurzfristige Anwendung ohne fachlichen Rat sollte 10 bis maximal 14 Tage nicht überschreiten, da für eine längere Einnahme keine ausreichenden Daten vorliegen. Bei Kapseln und Tabletten unterscheidet sich die tatsächlich enthaltene Wirkstoffmenge zwischen einzelnen Herstellern teils erheblich, weshalb die individuelle Herstellerangabe stets Vorrang vor allgemeinen Richtwerten hat. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.

Vorsicht und Wechselwirkungen

Bei Autoimmunerkrankungen, fortschreitenden systemischen Erkrankungen wie multipler Sklerose, HIV-Infektion oder unter immununterdrückender Behandlung sollte Echinacea nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden, ebenso bei bekannter Allergie gegen Pflanzen aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Nebenwirkungen sind insgesamt eher selten; gelegentlich werden Magen-Darm-Beschwerden oder Hautreaktionen berichtet. Für Kinder unter 12 Jahren wird die Anwendung mangels ausreichender Datenlage grundsätzlich nicht empfohlen, ebenso wenig ohne vorherige ärztliche Abklärung.

Verwendet in diesen Produkten

Häufige Fragen zu Purpursonnenhut-Extrakt (Echinacea purpurea)

Wie lange darf ich Echinacea einnehmen?

Die kurzfristige Anwendung ohne fachlichen Rat sollte 10 bis maximal 14 Tage nicht überschreiten, da für eine längere Einnahme keine ausreichenden Daten vorliegen. Eine typische Einzeldosis entspricht laut HMPC-Monographie etwa 2,4 ml frischem Presssaft.

Hilft es wirklich gegen Erkältungen?

In zwei älteren Studien mit rund 200 Erwachsenen verkürzte der frische Presssaft die Krankheitsdauer gegenüber Placebo um drei bis vier Tage. Die europäische HMPC erkennt diese konkrete Anwendung als traditionell etabliert an; eine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Angabe für Nahrungsergänzungsmittel existiert dafür allerdings nicht.

Ist Echinacea für Kinder geeignet?

Für Kinder unter 12 Jahren wird die Anwendung mangels ausreichender Datenlage nicht empfohlen.

Wer sollte auf die Einnahme verzichten oder vorsichtig sein?

Bei Autoimmunerkrankungen, fortschreitenden systemischen Erkrankungen wie multipler Sklerose, HIV-Infektion oder unter immununterdrückender Behandlung sollte die Einnahme nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen, ebenso bei bekannter Allergie gegen Korbblütler.

Quellen

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.