Pflanzenstoff
Resveratrol
Was ist Resveratrol?
Resveratrol ist ein Polyphenol, das unter anderem in Polygonum cuspidatum (Japanischer Staudenknöterich), Weintrauben und Rotwein vorkommt. Es existiert in zwei Isomerformen, cis und trans, wobei die trans-Form als biologisch aktiver gilt und deshalb auch die in Studien und Nahrungsergänzungsmitteln überwiegend eingesetzte Form ist. Bekannt wurde der Stoff vor allem durch das sogenannte "French Paradox", die vielzitierte Beobachtung eines vergleichsweise niedrigen Herz-Kreislauf-Risikos trotz fettreicher Ernährung in Regionen mit hohem Rotweinkonsum, auch wenn der tatsächliche Beitrag von Resveratrol dazu wissenschaftlich nicht abschließend geklärt ist.
Was die Forschung zeigt
Eine umfassende Übersichtsarbeit zu Humanstudien beschreibt antioxidative Effekte sowie erste Hinweise auf günstige Effekte bei Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Markern, bei insgesamt uneinheitlichen Ergebnissen zwischen Studien: Signale zeigten sich in Teilgruppen ab etwa 300 mg täglich beim systolischen Blutdruck und ab etwa 1.000 mg täglich beim Nüchternblutzucker bei Typ-2-Diabetes. Sicherheitsdaten aus klinischen Studien gelten als unauffällig. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert in der EU nicht.
Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.
Resveratrol: Dosierung und Einnahme
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertete synthetisch hergestelltes trans-Resveratrol 2016 im Rahmen eines Novel-Food-Verfahrens und stufte eine Zufuhr von bis zu 150 mg pro Tag für Erwachsene als sicher ein. In klinischen Studien wurden üblicherweise 100 bis 1.000 mg täglich über 4 bis 12 Wochen eingesetzt. Die natürliche Bioverfügbarkeit ist gering, weshalb eine Einnahme zu einer Mahlzeit empfohlen wird. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung. Manche Präparate kombinieren den Wirkstoff mit Piperin aus schwarzem Pfeffer, um die geringe natürliche Bioverfügbarkeit zu verbessern; für diese Kombination existiert allerdings kein zugelassener EU-Claim.
Vorsicht und Wechselwirkungen
Ab etwa 1 Gramm pro Tag können Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall oder Bauchschmerzen auftreten; in den in Nahrungsergänzungsmitteln üblichen Mengen von 100 bis 1.000 mg täglich werden meist keine relevanten Nebenwirkungen berichtet. Der Stoff wird über Cytochrom-P450-Enzyme in der Leber verstoffwechselt, über die auch Statine, bestimmte Psychopharmaka und Blutverdünner abgebaut werden; bei regelmäßiger Einnahme solcher Medikamente sollte deshalb vorher ärztlicher Rat eingeholt werden.
Häufige Fragen zu Resveratrol
Wie viel Resveratrol gilt als sicher?
Die EFSA bewertete synthetisch hergestelltes trans-Resveratrol 2016 im Rahmen eines Novel-Food-Verfahrens und stufte eine Zufuhr von bis zu 150 mg täglich für Erwachsene als sicher ein. In klinischen Studien wurden meist 100 bis 1.000 mg pro Tag eingesetzt. Maßgeblich ist die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.
Wann sollte ich es einnehmen?
Die natürliche Bioverfügbarkeit ist gering, weshalb eine Einnahme zu einer Mahlzeit empfohlen wird, um die Aufnahme zu unterstützen.
Gibt es Nebenwirkungen bei höherer Dosierung?
Ab etwa 1 Gramm pro Tag können Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall oder Bauchschmerzen auftreten. In den üblichen Mengen von 100 bis 1.000 mg täglich werden meist keine relevanten Nebenwirkungen berichtet.
Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?
Der Stoff wird über Cytochrom-P450-Enzyme verstoffwechselt, über die auch Statine, bestimmte Psychopharmaka und Blutverdünner abgebaut werden. Bei Einnahme solcher Medikamente sollte die Einnahme vorher ärztlich abgeklärt werden.
Quellen
- Health Effects of Resveratrol: Results from Human Intervention Trials (PMC (PMC6317057))
- Wichtige Wechselwirkungen mit Medikamenten, insbesondere Blutverdünnern (Nordic Oil)
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.
