Pflanzenextrakt
Süßholzwurzel-Extrakt (Glycyrrhiza glabra)
Was ist Süßholzwurzel-Extrakt (Glycyrrhiza glabra)?
Süßholzwurzel stammt von der Pflanze Glycyrrhiza glabra und ist die namensgebende Zutat von Lakritz. Die Hauptwirkstoffe Glycyrrhizin und Glycyrrhetinsäure hemmen ein Enzym namens 11β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase, das am Abbau von Cortisol im Körper beteiligt ist. Die EMA/HMPC-Monographie stuft Süßholzwurzel als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein, vor allem bei Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen und produktivem Husten.
Botanisch gehört Süßholz zur Familie der Hülsenfrüchtler. Verwendet wird die getrocknete Wurzel des Strauchs, der ursprünglich im Mittelmeerraum und in Teilen Asiens beheimatet ist und dort seit Jahrtausenden sowohl kulinarisch (als Süßungsmittel) als auch heilkundlich genutzt wird. Der süße Geschmack stammt von Glycyrrhizin, das rund 50-mal süßer schmeckt als Haushaltszucker, aber im Gegensatz dazu keine relevanten Kalorien liefert.
Was die Forschung zeigt
Der beschriebene Mechanismus (Hemmung der 11β-HSD-Enzyme) ist real und pharmakologisch gut dokumentiert, wird jedoch überwiegend im Zusammenhang mit den bekannten Nebenwirkungen bei Überdosierung diskutiert, nicht als eine von der EFSA geprüfte Wirkung zur gezielten Cortisol-Senkung bei Übergewicht. Eine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert für Süßholzwurzel nicht.
In der Sportmedizin und bei Stresstoleranz-Studien wird Süßholzwurzel gelegentlich untersucht, weil die beschriebene Cortisol-Beeinflussung theoretisch mit Erholung und Stressverarbeitung zusammenhängen könnte. Aussagekräftige, groß angelegte klinische Studien speziell zu dieser Fragestellung beim Menschen sind jedoch rar, weshalb die Studienlage insgesamt als vorläufig gilt.
Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.
Süßholzwurzel-Extrakt (Glycyrrhiza glabra): Dosierung und Einnahme
Die HMPC-Monographie nennt eine traditionelle Tagesdosis von 5 bis 15 g Droge, entsprechend etwa 200 bis 600 mg Glycyrrhizin. In Nahrungsergänzungsmitteln werden meist deutlich geringere Mengen pro Kapsel oder Tropfen verwendet. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung, nicht die traditionelle Arzneidosis.
In Lebensmitteln wie Lakritzprodukten kann die tatsächlich aufgenommene Glycyrrhizin-Menge je nach Herstellungsverfahren stark schwanken, weshalb sich die Süßholz-Menge in Süßwaren nicht direkt mit der Dosierung in einem standardisierten Nahrungsergänzungsmittel vergleichen lässt. Wer regelmäßig größere Mengen Lakritz isst und zusätzlich ein Süßholz-Präparat einnimmt, sollte die Gesamtmenge im Blick behalten.
Vorsicht und Wechselwirkungen
Bei längerer Anwendung und höherer Dosierung kann Süßholzwurzel mineralocorticoide Effekte auslösen: Natrium- und Wasserretention, Kaliumverlust, Ödeme und Bluthochdruck (Pseudohyperaldosteronismus). Personen mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Diabetes oder in der Schwangerschaft sollten die Pflanze nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Die HMPC-Monographie empfiehlt, die Anwendung ohne ärztlichen Rat nicht länger als 4 bis 6 Wochen fortzusetzen.
Verwendet in diesen Produkten
Häufige Fragen zu Süßholzwurzel-Extrakt (Glycyrrhiza glabra)
Wofür wird Süßholzwurzel traditionell verwendet?
Laut EMA/HMPC-Monographie traditionell bei Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen und produktivem Husten. Die Cortisol-bezogene Wirkung ist pharmakologisch dokumentiert, aber keine von der EFSA geprüfte Angabe.
Kann Süßholzwurzel den Blutdruck erhöhen?
Ja, bei längerer Anwendung und höherer Dosierung kann es zu Natrium- und Wasserretention und damit zu erhöhtem Blutdruck kommen. Bei Bluthochdruck sollte die Einnahme vorab ärztlich abgeklärt werden.
Wie lange darf ich Süßholzwurzel ohne ärztlichen Rat einnehmen?
Die HMPC-Monographie empfiehlt, die Anwendung ohne ärztliche Rücksprache nicht länger als 4 bis 6 Wochen am Stück fortzusetzen.
Wer sollte auf Süßholzwurzel verzichten?
Personen mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Diabetes sowie Schwangere sollten Süßholzwurzel nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.
Quellen
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.
