Ätherisches Öl
Teebaumöl (Melaleuca alternifolia)
Was ist Teebaumöl (Melaleuca alternifolia)?
Das ätherische Öl wird aus den Blättern des australischen Baums Melaleuca alternifolia gewonnen wird. Es enthält über 100 verschiedene Verbindungen, wobei Terpinen-4-ol als Hauptwirkstoff gilt und für den größten Teil der antimikrobiellen Wirkung verantwortlich gemacht wird. Hochwertige Qualitäten enthalten üblicherweise mindestens 30 bis 40 Prozent Terpinen-4-ol. In der äußerlichen Anwendung wird es traditionell bei kleinen Haut- und Nagelbeschwerden eingesetzt, unter anderem bei Fuß- und Nagelpilz.
Ursprünglich wurde das Öl von den australischen Aborigines traditionell zur Wundpflege genutzt, bevor es ab den 1920er Jahren wissenschaftlich untersucht und später weltweit in Kosmetik- und Pflegeprodukten populär wurde. Neben der Anwendung bei Nagel- und Fußpilz wird das ätherische Öl auch bei unreiner Haut, kleinen Hautirritationen und in Haarpflegeprodukten gegen Kopfhautschuppen eingesetzt, jeweils stets nur äußerlich und meist verdünnt.
Was die Forschung zeigt
Eine randomisierte, doppelblinde Vergleichsstudie mit 117 Personen mit Nagelpilz (distale subunguale Onychomykose) verglich zweimal tägliches Auftragen von 100 % Teebaumöl gegen eine 1-prozentige Clotrimazol-Lösung über 6 Monate. Am Ende der Studie waren bei 18 % der mit Teebaumöl behandelten Personen die Pilzkulturen negativ, gegenüber 11 % in der Clotrimazol-Gruppe. Eine teilweise oder vollständige Besserung der Symptome zeigte sich bei rund 60 Prozent beider Gruppen, mit einem leichten Rückgang bei der Nachuntersuchung nach 3 Monaten. Die Studie ordnet die Wirkung damit als vergleichbar mit dem verwendeten Clotrimazol-Präparat ein, beide mit begrenzten Heilungsraten.
Der vermutete Wirkmechanismus: die Bestandteile des Öls greifen die Zellmembran von Pilzen an und verändern deren Durchlässigkeit. Eine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert dafür nicht, da es sich um ein äußerlich angewendetes Öl und kein Nahrungsergänzungsmittel handelt.
Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.
Teebaumöl (Melaleuca alternifolia): Dosierung und Einnahme
In der zitierten Studie wurde das reine (100 %) Öl zweimal täglich direkt auf den betroffenen Nagel aufgetragen, über einen Zeitraum von 6 Monaten. In kosmetischen Produkten wird es häufig auch in geringerer Konzentration, verdünnt mit Trägerölen, eingesetzt. Maßgeblich ist immer die Anwendungsangabe auf der jeweiligen Verpackung, unverdünntes Öl sollte nicht ohne Anleitung direkt auf großflächige Hautareale aufgetragen werden.
Vorsicht und Wechselwirkungen
Das Öl ist ausschließlich zur äußerlichen Anwendung bestimmt und darf nicht eingenommen werden, bereits kleine Mengen können bei oraler Einnahme zu ernsten Vergiftungserscheinungen führen. Unverdünntes Öl kann bei empfindlicher Haut Reizungen, Rötungen oder allergische Kontaktekzeme auslösen, weshalb ein vorheriger Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle empfehlenswert ist. Bei Kindern, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie auf verletzter oder entzündeter Haut sollte es nur nach ärztlicher Rücksprache verwendet werden. Es darf nicht in die Augen oder auf Schleimhäute gelangen.
Verwendet in diesen Produkten
Häufige Fragen zu Teebaumöl (Melaleuca alternifolia)
Hilft Teebaumöl wirklich gegen Nagelpilz?
Eine randomisierte Vergleichsstudie mit 117 Personen fand nach 6 Monaten bei 18 % der mit Teebaumöl behandelten Personen negative Pilzkulturen, ein Ergebnis vergleichbar mit dem verwendeten Clotrimazol-Präparat (11 %). Beide Heilungsraten waren insgesamt begrenzt.
Was ist der Hauptwirkstoff in Teebaumöl?
Terpinen-4-ol gilt als Hauptwirkstoff und ist für den größten Teil der antimikrobiellen Wirkung verantwortlich. Hochwertiges Teebaumöl enthält meist mindestens 30 bis 40 Prozent Terpinen-4-ol.
Kann Teebaumöl die Haut reizen?
Unverdünntes Öl kann bei empfindlicher Haut Reizungen, Rötungen oder allergische Kontaktekzeme auslösen. Ein Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle vor der ersten Anwendung ist empfehlenswert.
Darf Teebaumöl eingenommen werden?
Nein. Teebaumöl ist ausschließlich zur äußerlichen Anwendung bestimmt, bereits kleine Mengen können bei oraler Einnahme zu ernsten Vergiftungserscheinungen führen.
Quellen
- Comparison of two topical preparations for the treatment of onychomycosis: Melaleuca alternifolia (tea tree) oil and clotrimazole (PubMed (PMID 8195735))
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