Pflanzenextrakt
Teufelskralle
Was ist Teufelskralle?
Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist eine in der Kalahari-Wüste Südafrikas und Namibias beheimatete Pflanze, deren knollige Wurzelfortsätze traditionell in der afrikanischen Volksmedizin bei Gelenk- und Verdauungsbeschwerden genutzt werden. Der Name stammt von den auffälligen, mit Widerhaken besetzten Früchten, die an eine Kralle erinnern und sich hartnäckig im Fell vorbeiziehender Tiere verfangen, was der Pflanze zur Verbreitung ihrer Samen verhilft. Für Nahrungsergänzungsmittel wird die getrocknete und pulverisierte sekundäre Wurzelknolle verwendet, die reich an Bitterstoffen wie Harpagosid und Procumbid ist. In Europa wird die Pflanze seit dem frühen 20. Jahrhundert genutzt, nachdem deutsche Kolonisten die traditionelle Anwendung in Südwestafrika kennengelernt hatten.
Was die Forschung zeigt
Die Wirkung wird auf einen Eingriff in den Arachidonsäurestoffwechsel zurückgeführt, unter anderem eine Hemmung der Cyclooxygenase-2 und der Lipoxygenase, zweier Enzyme, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind. Klinische Studien zu Gelenkbeschwerden wie Arthrose zeigten laut Apotheken Umschau teils einen Nutzen bei der Schmerzlinderung, kommen insgesamt aber zu widersprüchlichen Ergebnissen, und es fehlen große, methodisch hochwertige Untersuchungen.
Übereinstimmend zeigt die Studienlage, dass eine ausreichend hohe Dosierung nötig ist, damit sich überhaupt eine Wirkung bemerkbar macht, und dass sich die Pflanze nicht für akute Schmerzzustände eignet, sondern eher für eine länger angelegte, begleitende Anwendung. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert in der EU nicht.
Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.
Teufelskralle: Dosierung und Einnahme
Standardisierte Extrakte mit mindestens 50 mg Harpagosid pro Tag gelten in der Literatur als die Menge, ab der sich überhaupt eine schmerzlindernde Wirkung zeigen kann. Fertigpräparate werden gegenüber Tee bevorzugt, da ein Aufguss meist nur geringe Mengen der potenziell wirksamen Bitterstoffe liefert. In Kombinationspräparaten wird Teufelskralle häufig zusammen mit anderen bei Gelenkbeschwerden genutzten Pflanzenextrakten wie Weihrauch oder Kurkuma eingesetzt. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.
Vorsicht und Wechselwirkungen
Gelegentlich treten Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit oder Durchfall auf, ebenso Kopfschmerzen oder Schwindel, in seltenen Fällen allergische Hautreaktionen. Personen mit Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren sollten Teufelskralle wegen der Bitterstoffe meiden, ebenso ist bei Gallensteinleiden Vorsicht geboten. Wegen möglicher Wechselwirkungen mit blutverdünnenden Medikamenten sollte die Kombination vorab ärztlich abgeklärt werden. Auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder blutdrucksenkender Medikation empfiehlt sich vorab eine Rücksprache, da einzelne Inhaltsstoffe der Wurzel Wechselwirkungen mit dem Herz-Kreislauf-System diskutiert werden.
Verwendet in diesen Produkten
Häufige Fragen zu Teufelskralle
Wie viel Teufelskralle ist üblich?
Standardisierte Extrakte mit mindestens 50 mg Harpagosid pro Tag gelten als die Menge, ab der sich überhaupt eine Wirkung zeigen kann. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.
Hilft Teufelskralle wirklich bei Gelenkschmerzen?
Klinische Studien zeigen teils einen Nutzen bei chronischen Gelenkbeschwerden wie Arthrose, kommen aber insgesamt zu widersprüchlichen Ergebnissen. Für akute Schmerzen eignet sich die Pflanze eher nicht. Eine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert dafür nicht.
Gibt es Nebenwirkungen?
Gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder Schwindel, selten allergische Hautreaktionen. Bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren sowie Gallensteinleiden ist Vorsicht geboten, ebenso bei Einnahme blutverdünnender Medikamente.
Wie lange dauert es, bis eine Wirkung spürbar wird?
Da Teufelskralle nicht für akute Schmerzen gedacht ist, wird sie meist über mehrere Wochen bis Monate begleitend eingenommen, bevor sich ein Effekt bemerkbar machen kann. Für einzelne Beschwerden reicht dieser Zeitraum aus, in anderen Fällen bleibt der Effekt individuell unterschiedlich stark ausgeprägt.
Quellen
- Lindert Teufelskralle Gelenkschmerzen? (Apotheken Umschau)
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.
