Pilzextrakt

Tigermilchpilz (Lignosus rhinocerus)

Tigermilchpilz (Lignosus rhinocerus): Pflanze, Rohstoff und Extraktdarstellung im Inhaltsstoffe-Lexikon

Was ist Tigermilchpilz (Lignosus rhinocerus)?

Der Tigermilchpilz (Lignosus rhinocerus) ist ein in Südostasien traditionell verwendeter Heilpilz, dessen unterirdische Sklerotien (verdichtete Nährstoffspeicher) zu Extrakten verarbeitet werden. In Malaysia und angrenzenden Ländern wird er seit Generationen traditionell bei Atemwegsbeschwerden eingesetzt, moderne Forschung dazu ist noch vergleichsweise jung.

Seinen Namen verdankt der Pilz einer Legende der indigenen Bevölkerung Malaysias, wonach die unterirdischen Sklerotien an Stellen wachsen, an denen Tigerinnen ihre Milch verschütten sollen. Botanisch handelt es sich um keinen eigentlichen "Pilzfruchtkörper" im klassischen Sinne, sondern um ein Sklerotium, eine kompakte Ansammlung aus Pilzgeflecht und gespeicherten Nährstoffen, ähnlich einer Knolle.

Was die Forschung zeigt

Eine offene, prospektive Studie mit 50 Teilnehmenden, die über 3 Monate zweimal täglich 300 mg Tigermilchpilz-Extrakt einnahmen, fand eine Verringerung entzündlicher Marker (IL-1β, IL-8, MDA) sowie der berichteten Atemwegsbeschwerden, zusammen mit einer Zunahme von IgA und der Lungenfunktion. Tierstudien zu allergischem Asthma zeigten zusätzlich eine Verringerung bestimmter Entzündungsmarker der Atemwege. Diese Studien untersuchten den Extrakt als Nahrungsergänzung bei Menschen mit Atemwegsbeschwerden, eine von der EFSA geprüfte gesundheitsbezogene Angabe existiert nicht.

Chemisch enthält das Sklerotium vor allem Polysaccharide und Polyphenole, Stoffgruppen, denen in der Grundlagenforschung entzündungshemmende und immunmodulierende Eigenschaften zugeschrieben werden. Wegen der begrenzten natürlichen Bestände in freier Wildbahn stammt kommerziell erhältliches Material heute überwiegend aus kontrollierter Kultivierung, nicht mehr aus Wildsammlung.

Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.

Tigermilchpilz (Lignosus rhinocerus): Dosierung und Einnahme

Die zitierte Studie verwendete 300 mg Extrakt zweimal täglich (600 mg insgesamt) über 3 Monate. Eine offizielle EU-Nährstoffempfehlung existiert nicht. Maßgeblich ist die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung. In der zitierten Studie wurde der Extrakt kontinuierlich über den gesamten Zeitraum eingenommen, kürzere Anwendungszyklen wurden in dieser Form bislang nicht separat untersucht. Traditionell wird das Sklerotium in Malaysia auch als Pulver in Wasser aufgelöst oder als Bestandteil von Tees eingenommen, moderne Nahrungsergänzungsmittel verwenden meist ein standardisiertes Extraktpulver in Kapselform, damit die Dosierung von Kapsel zu Kapsel vergleichbar bleibt. Eine Einnahme zu einer Mahlzeit wird in der Praxis häufig empfohlen, um eine gleichmäßige Verträglichkeit zu unterstützen.

Vorsicht und Wechselwirkungen

In den Studiendosen von bis zu 600 mg täglich wurden keine ernsthaften Nebenwirkungen berichtet. Da es sich um einen in Europa noch wenig verbreiteten Heilpilz handelt, liegen für Schwangere, Stillende und Kinder keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor. Menschen mit bekannter Pilzallergie sollten vorsichtshalber auf Präparate mit diesem Extrakt verzichten.

Verwendet in diesen Produkten

Häufige Fragen zu Tigermilchpilz (Lignosus rhinocerus)

Was ist der Tigermilchpilz?

Ein in Südostasien traditionell verwendeter Heilpilz (Lignosus rhinocerus), dessen unterirdische Sklerotien zu Extrakten verarbeitet werden, traditionell bei Atemwegsbeschwerden eingesetzt.

Was hat die Studie zu Atemwegsgesundheit gezeigt?

Eine offene Studie mit 50 Teilnehmenden über 3 Monate fand eine Verringerung entzündlicher Marker und berichteter Atemwegsbeschwerden sowie eine verbesserte Lungenfunktion gegenüber dem Ausgangswert.

Gibt es eine zugelassene EU-Angabe für Tigermilchpilz?

Nein, für Tigermilchpilz existiert bislang keine von der EFSA geprüfte und zugelassene gesundheitsbezogene Angabe im offiziellen EU-Register.

Ist Tigermilchpilz sicher in der Anwendung?

In Studiendosen von bis zu 600 mg täglich wurden keine ernsthaften Nebenwirkungen berichtet. Menschen mit bekannter Pilzallergie sollten vorsichtshalber verzichten, für Schwangere und Stillende liegen keine ausreichenden Daten vor.

Quellen

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.