Pflanzenextrakt

Wacholderbeere (Juniperus communis)

Was ist Wacholderbeere (Juniperus communis)?

Die Beeren stammen vom Gewöhnlichen Wacholder (Juniperus communis), einem Nadelgehölz, dessen kleine, dunkelblaue Beerenzapfen traditionell sowohl als Gewürz (unter anderem für Sauerkraut und Wildgerichte) als auch als Heilpflanze verwendet werden. Die EMA/HMPC hat für Wacholderbeeren eine Monographie als traditionelles pflanzliches Arzneimittel veröffentlicht.

Die charakteristischen blauschwarzen Beerenzapfen benötigen bis zur vollen Reife etwa zwei bis drei Jahre am Strauch, was sie im Vergleich zu anderen Gewürzpflanzen ungewöhnlich langsam wachsen lässt. Bekannt sind sie vielen vor allem als geschmacksgebende Zutat von Gin, wo sie namensgebend für den englischen Begriff "gin" (abgeleitet vom französischen "genièvre" für Wacholder) waren.

Was die Forschung zeigt

Laut EMA/HMPC-Monographie werden sie auf Basis langjähriger traditioneller Verwendung innerlich zur unterstützenden Durchspülung der Harnwege bei leichten Harnwegsbeschwerden sowie bei dyspeptischen Beschwerden und Blähungen eingesetzt. Diese Einstufung beruht auf traditioneller Erfahrung, nicht auf einer von der EFSA geprüften gesundheitsbezogenen Angabe, eine solche existiert für Wacholderbeeren nicht.

Für die äußerliche Anwendung nennt die HMPC-Monographie zusätzlich die unterstützende Behandlung leichter Muskel- und Gelenkbeschwerden mit Zubereitungen aus dem ätherischen Wacholderöl. Auch hier handelt es sich um eine auf traditioneller Erfahrung basierende Einstufung, nicht um eine EFSA-geprüfte Angabe.

Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.

Wacholderbeere (Juniperus communis): Dosierung und Einnahme

Für die traditionelle Anwendung zur Durchspülung der Harnwege wird eine einschleichende Dosierung beschrieben: beginnend mit rund 5 Beeren täglich, gesteigert bis auf maximal 15 Beeren, anschließend wieder absteigend reduziert. In Nahrungsergänzungsmitteln liegt Wacholderbeer-Extrakt meist in Kapsel- oder Pulverform vor. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.

Wer Wacholderbeeren als Gewürz in der Küche verwendet, etwa für Sauerkraut, Wildgerichte oder Marinaden, nimmt in aller Regel deutlich geringere Mengen zu sich als bei einer gezielten Anwendung als Nahrungsergänzungsmittel oder traditionelles Heilmittel, sodass die kulinarische Verwendung gesundheitlich unbedenklich ist.

Fertigprodukte auf Basis von Wacholderbeer-Extrakt sind in unterschiedlichen Konzentrationen erhältlich, weshalb ein direkter Vergleich der Packungsgrößen zwischen verschiedenen Anbietern wenig aussagekräftig ist, ohne die tatsächliche Extraktkonzentration pro Kapsel zu berücksichtigen.

Vorsicht und Wechselwirkungen

Die enthaltenen ätherischen Öle reizen die Nieren und regen die Urinausscheidung an. In der Schwangerschaft und bei bestehenden Nierenerkrankungen wird deshalb ausdrücklich von der Einnahme abgeraten. Es liegen zudem tierexperimentelle Hinweise auf mögliche nierenschädigende Effekte des ätherischen Wacholderöls bei Überdosierung oder längerer Anwendung vor, weshalb eine dauerhafte Einnahme über mehrere Wochen ohne ärztlichen Rat nicht empfohlen wird.

Bei kurzfristiger, gelegentlicher kulinarischer Verwendung als Gewürz sind diese Vorsichtshinweise nicht relevant, sie betreffen ausschließlich die gezielte, konzentrierte Einnahme als Nahrungsergänzungsmittel oder traditionelles pflanzliches Arzneimittel über mehrere Tage oder Wochen.

Verwendet in diesen Produkten

Häufige Fragen zu Wacholderbeere (Juniperus communis)

Wofür werden Wacholderbeeren traditionell verwendet?

Laut EMA/HMPC-Monographie traditionell zur unterstützenden Durchspülung der Harnwege sowie bei dyspeptischen Beschwerden und Blähungen.

Sind Wacholderbeeren in der Schwangerschaft sicher?

Nein, von der Einnahme wird in der Schwangerschaft ausdrücklich abgeraten, ebenso bei bestehenden Nierenerkrankungen.

Können Wacholderbeeren die Nieren schädigen?

Die ätherischen Öle reizen die Nieren. Es gibt tierexperimentelle Hinweise auf mögliche nierenschädigende Effekte bei Überdosierung oder längerer Anwendung, weshalb eine dauerhafte Einnahme ohne ärztlichen Rat nicht empfohlen wird.

Gibt es eine zugelassene Gesundheitsangabe für Wacholderbeeren?

Nein, die Einstufung beruht auf traditioneller Verwendung laut EMA/HMPC, nicht auf einer von der EFSA geprüften gesundheitsbezogenen Angabe.

Quellen

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.