Pflanzenextrakt
Weihrauch
Was ist Weihrauch?
Weihrauch wird aus dem eingetrockneten Harz verschiedener Boswellia-Bäume gewonnen, die vor allem in Indien, Ostafrika und auf der Arabischen Halbinsel wachsen. Zur Gewinnung wird die Rinde des Baumes angeritzt, woraufhin ein milchig-weißer Harzsaft austritt, der an der Luft zu den bekannten gelblich-braunen Harzbrocken aushärtet. Während Weihrauch historisch vor allem als Räucherwerk in religiösen Zeremonien bekannt ist und schon in der Antike über weite Handelsrouten transportiert wurde, wird in Nahrungsergänzungsmitteln meist ein Extrakt aus Boswellia serrata eingesetzt, standardisiert auf einen bestimmten Gehalt an Boswelliasäuren, den namensgebenden Hauptwirkstoffen des Harzes.
Was die Forschung zeigt
Boswelliasäuren hemmen laut der auf Studienauswertung spezialisierten Plattform Medizin transparent insbesondere die 5-Lipoxygenase, ein Enzym, das an der Bildung entzündungsfördernder Leukotriene beteiligt ist. In mehreren Studien mit Arthrose-Patient:innen zeigte die Einnahme von Boswellia-serrata-Extrakt verminderte Gelenkschmerzen und eine verbesserte Gelenkfunktion, auch bei rheumatoider Arthritis wurden in einzelnen Untersuchungen weniger Gelenkschmerzen und weniger Morgensteifigkeit beobachtet.
Neben den Effekten auf Gelenke wird Boswellia-Extrakt auch im Zusammenhang mit entzündlichen Darmerkrankungen und Atemwegsbeschwerden erforscht, wobei die Studienlage in diesen Bereichen insgesamt noch dünner ist als bei Gelenkbeschwerden. Erste Verbesserungen werden in Studien häufig erst nach zwei bis vier Wochen regelmäßiger Einnahme berichtet, eine sofortige Wirkung ist demnach nicht zu erwarten. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert in der EU nicht.
Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.
Weihrauch: Dosierung und Einnahme
In Studien wurden meist 300 bis 500 mg Boswellia-Extrakt zwei- bis dreimal täglich eingesetzt. Als Orientierungswert werden auch rund 300 bis 400 mg Extrakt mit etwa 60 % Boswelliasäuren dreimal täglich genannt. In Kombinationspräparaten wird Weihrauch häufig gemeinsam mit anderen bei Gelenkbeschwerden genutzten Pflanzenextrakten wie Teufelskralle oder Kurkuma eingesetzt. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.
Vorsicht und Wechselwirkungen
Fachquellen bewerten die orale Einnahme standardisierter Boswellia-Extrakte über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten überwiegend als gut verträglich. Vereinzelt wurden Magenschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie allergische Hautreaktionen bis hin zu Kontaktdermatitis beobachtet. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Boswellia-Harze sowie in Schwangerschaft und Stillzeit sollte auf die Einnahme verzichtet werden. Da zu möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bislang nur wenige belastbare Daten vorliegen, empfiehlt sich bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme vorab eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin.
Verwendet in diesen Produkten
Häufige Fragen zu Weihrauch
Wie viel Weihrauch ist üblich?
In Studien wurden meist 300 bis 500 mg Boswellia-Extrakt zwei- bis dreimal täglich eingesetzt. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung des Präparats.
Hilft Weihrauch wirklich bei Gelenkbeschwerden?
Mehrere Studien mit Arthrose-Patient:innen zeigten verminderte Gelenkschmerzen und eine verbesserte Gelenkfunktion nach regelmäßiger Einnahme, auch bei rheumatoider Arthritis wurden in einzelnen Untersuchungen Verbesserungen beobachtet. Eine von der EFSA zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert dafür bislang nicht.
Wie schnell wirkt Weihrauch?
Erste Verbesserungen werden in Studien meist erst nach zwei bis vier Wochen regelmäßiger Einnahme berichtet, eine sofortige Wirkung wie bei einem klassischen Schmerzmittel ist dabei nicht zu erwarten.
Gibt es Nebenwirkungen?
Die orale Einnahme gilt über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten überwiegend als gut verträglich. Vereinzelt wurden Magenschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder allergische Hautreaktionen beobachtet. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme empfiehlt sich vorab eine ärztliche Rücksprache.
Quellen
- Weihrauch: heilig und heilsam? (Medizin transparent)
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.
