Pflanzenextrakt

Weißer Maulbeerblatt-Extrakt

Weißer Maulbeerblatt-Extrakt: Pflanze, Rohstoff und Extraktdarstellung im Inhaltsstoffe-Lexikon

Was ist Weißer Maulbeerblatt-Extrakt?

Der Extrakt stammt aus den Blättern des Weißen Maulbeerbaums (Morus alba) und wird traditionell in der asiatischen Küche und Naturheilkunde verwendet. Namensgebend für die untersuchte Wirkung ist der Inhaltsstoff 1-Desoxynojirimycin (1-DNJ), der in relevanter Konzentration bislang nur in den Blättern der Maulbeere nachgewiesen wurde. Die getrockneten Blätter selbst werden in manchen asiatischen Ländern traditionell auch direkt als Tee aufgegossen, während in westlichen Nahrungsergänzungsmitteln meist ein konzentrierter, auf den 1-DNJ-Gehalt standardisierter Extrakt eingesetzt wird.

Was die Forschung zeigt

1-DNJ hemmt das Enzym Alpha-Glucosidase im Darm, wodurch aufgenommene Kohlenhydrate langsamer in Zucker aufgespalten und ins Blut abgegeben werden. Eine Metaanalyse von 12 klinischen Studien fand unter Supplementierung mit Maulbeerblättern oder ihren Extrakten eine signifikante Senkung von Nüchternblutzucker, Langzeitblutzucker (HbA1c) und Insulinspiegel. Mehrere randomisiert-kontrollierte Studien beschreiben zudem eine um bis zu 30 bis 40 Prozent geringere Blutzuckerspitze nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit unter 1-DNJ-haltigem Extrakt. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert in der EU nicht.

Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.

Weißer Maulbeerblatt-Extrakt: Dosierung und Einnahme

Eine in Studien bewährte Dosierung sind 250 mg Extrakt mit 5 % 1-DNJ, eingenommen kurz vor einer kohlenhydratreichen Mahlzeit. Handelsübliche Kapseln enthalten häufig rund 350 mg Extrakt mit etwa 1 % 1-DNJ-Gehalt. Da der 1-DNJ-Gehalt zwischen Präparaten stark schwanken kann, ist der auf der Verpackung ausgewiesene Wirkstoffgehalt aussagekräftiger als die reine Extraktmenge. Manche Anwender nehmen den Extrakt zusätzlich in Verbindung mit anderen blutzuckerbezogenen Pflanzenstoffen wie Zimt oder Berberin ein, wobei die Effekte solcher einzelnen Kombinationen bislang nicht separat in eigenen Studien untersucht wurden. Maßgeblich ist immer die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.

Vorsicht und Wechselwirkungen

Die in Studien verwendeten Mengen wurden bislang gut vertragen. Da der Extrakt den Blutzucker senken kann, sollte die gleichzeitige Einnahme von Diabetes-Medikamenten vorher ärztlich abgeklärt werden, um das Risiko einer Unterzuckerung zu vermeiden. Weil das enthaltene 1-DNJ die Kohlenhydrataufspaltung im Darm verzögert, wird gelegentlich auch von Blähungen oder weichem Stuhlgang bei empfindlichen Personen berichtet, besonders bei gleichzeitigem Verzehr größerer Mengen an Kohlenhydraten. Für Schwangere, Stillende und Kinder liegen bislang nicht ausreichend belastbare Sicherheitsdaten vor, weshalb in diesen drei besonders empfindlichen Gruppen grundsätzlich und ausdrücklich von der Einnahme abgeraten wird.

Häufige Fragen zu Weißer Maulbeerblatt-Extrakt

Wie viel Maulbeerblatt-Extrakt ist in Studien üblich?

Eine bewährte Dosierung sind 250 mg Extrakt mit 5 % 1-DNJ kurz vor einer kohlenhydratreichen Mahlzeit. Handelsübliche Kapseln enthalten häufig rund 350 mg Extrakt mit etwa 1 % 1-DNJ-Gehalt. Maßgeblich ist die Dosierungsangabe auf der jeweiligen Verpackung.

Wie wirkt der Extrakt auf den Blutzucker?

Der Inhaltsstoff 1-DNJ hemmt ein Enzym im Darm, das Kohlenhydrate in Zucker aufspaltet. Eine Metaanalyse von 12 klinischen Studien fand eine signifikante Senkung von Nüchternblutzucker, HbA1c und Insulinspiegel. Eine von der EFSA zugelassene Angabe existiert dafür nicht.

Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?

Da der Extrakt den Blutzucker senken kann, sollte die gleichzeitige Einnahme von Diabetes-Medikamenten vorher ärztlich abgeklärt werden, um das Risiko einer Unterzuckerung zu vermeiden.

Ist der Extrakt für Schwangere geeignet?

Für Schwangere, Stillende und Kinder liegen nicht ausreichend Sicherheitsdaten vor, weshalb in diesen Gruppen von der Einnahme abgeraten wird.

Quellen

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.