Kräuterextrakt

Wermut

Wermut: Pflanze, Rohstoff und Extraktdarstellung im Inhaltsstoffe-Lexikon

Was ist Wermut?

Wermut (Artemisia absinthium) ist eine seit der Antike genutzte Bitterpflanze aus der Familie der Korbblütler, bekannt für ihren intensiv bitteren Geschmack und ihren charakteristischen Duft. Namensgebend ist sie unter anderem für den Likör Absinth. Traditionell kommt vor allem das blühende Kraut zum Einsatz, verarbeitet zu Tee, Tinktur oder Extrakt.

In topischen Produkten wie Wärmepflastern wird ein Extrakt der Pflanze wegen seiner traditionell zugeschriebenen wärmenden und krampflösenden Eigenschaften eingesetzt, ein deutlich anderer Anwendungsbereich als die innerliche Nutzung bei Appetitlosigkeit.

Was die Forschung zeigt

Die EU-Kräutermonographie der EMA/HMPC zu Artemisia absinthium L., herba stuft Wermut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein, auf Basis langjähriger Erfahrung, für die innerliche Anwendung bei vorübergehender Appetitlosigkeit sowie bei leichten dyspeptischen und Magen-Darm-Beschwerden. Diese Monographie bezieht sich auf Tee, Tabletten und Tinkturen zum Einnehmen, nicht auf die äußerliche Anwendung in einem Wärmepflaster. Für die traditionelle äußerliche Nutzung bei schlecht heilenden Wunden oder Hautreizungen liegt keine vergleichbare EU-Bewertung vor.

Die oben zusammengefassten Studien sind allgemeine wissenschaftliche Literatur zu diesem Inhaltsstoff, keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe nach EU-Recht und kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.

Wermut: Dosierung und Einnahme

Für die innerliche Anwendung (Tee, Tinktur) nennt die EU-Monographie festgelegte Tagesmengen für Erwachsene, die je nach Zubereitungsform variieren; maßgeblich ist stets die jeweilige Packungsbeilage. In topischen Produkten wie Pflastern ist der Extrakt Teil einer Gesamtrezeptur ohne separat ausgewiesene Einzelmenge, die genaue Konzentration legt der Hersteller nicht offen.

Wärmepflaster mit Wermut werden laut Hersteller auf die betroffene Hautstelle aufgeklebt und für einen begrenzten Zeitraum belassen; die genaue Tragedauer richtet sich nach der Produktverpackung.

Vorsicht und Wechselwirkungen

Wermut enthält Thujon, eine Substanz, die in hoher Dosierung und bei innerlicher Einnahme neurotoxisch wirken und krampfartige Reaktionen auslösen kann. Bei äußerlicher Anwendung auf intakter Haut ist die Aufnahme über die Haut begrenzt, weshalb das Risiko geringer eingeschätzt wird als bei innerlicher Einnahme, eine vollständige Unbedenklichkeit ist daraus aber nicht abzuleiten.

In der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Epilepsie oder anderen neurologischen Erkrankungen wird von der innerlichen Anwendung abgeraten; bei äußerlicher Anwendung auf großen Hautflächen oder verletzter Haut ist entsprechende Vorsicht sinnvoll. Nicht auf offenen Wunden, Schleimhäuten oder in der Nähe der Augen anwenden.

Häufige Fragen zu Wermut

Was ist Wermut und wofür wird er traditionell verwendet?

Wermut (Artemisia absinthium) ist eine Bitterpflanze, die laut EU-Kräutermonographie traditionell innerlich bei Appetitlosigkeit und leichten Verdauungsbeschwerden eingesetzt wird. In Wärmepflastern kommt er wegen traditionell zugeschriebener wärmender Eigenschaften zum Einsatz, ein anderer Anwendungsbereich als die innerliche Nutzung.

Ist Wermut in einem Pflaster sicher?

Bei äußerlicher Anwendung auf intakter Haut ist die Aufnahme über die Haut begrenzt. Das enthaltene Thujon gilt vor allem bei innerlicher Einnahme in hoher Dosierung als neurotoxisch. Nicht auf offenen Wunden oder Schleimhäuten anwenden.

Gibt es eine von der EU geprüfte Wirkung von Wermut für Schmerzpflaster?

Nein. Die EMA/HMPC-Monographie bewertet nur die innerliche Anwendung bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden. Für die äußerliche Anwendung in einem Schmerzpflaster liegt keine vergleichbare EU-Bewertung vor, die Angabe stammt vom jeweiligen Hersteller.

Wer sollte bei Wermut vorsichtig sein?

Von der innerlichen Anwendung wird in Schwangerschaft, Stillzeit sowie bei Epilepsie oder anderen neurologischen Erkrankungen abgeraten. Bei äußerlicher Anwendung ist besondere Vorsicht bei verletzter Haut oder großflächiger Anwendung sinnvoll.

Quellen

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.